Baureihe 50

 

Kurzbeschreibung der Baureihe 50

Die Güterzuglokomotiven der Baureihe 50 zählen zu den bewährtesten Konstruktionen der Deutschen Reichsbahn. Am Ende der Dampflokzeit sind sie zur Universalgattung geworden, die Dank der niedrigen Achslast auch auf Nebenbahnen eingesetzt werden konnten. Bis 1943 wurden 3164 Maschinen der Baureihe 50 von nahezu allen europäischen Lokomotivfabriken gebaut.

 

Verbleib nach dem Zweiten Weltkrieg

Bei der DB wurden nach dem Krieg 2159 einsatzfähige Lokomotiven registriert, bei 735 Lokomotiven rüstete die DB den Tender mit einer Zugführerkabine aus. Eine kleinere Anzahl von Lokomotiven wurde mit einem Mischvorwärmer bestückt und insgesamt 31 Lokomotiven wurden mit Franco-Crosti-Anlagen ausgerüstet und anschließend als Reihe 50.40 geführt. 

Die Deutsche Reichsbahn konnte nur noch 350 Exemplare der Baureihe in den Betriebsbestand aufnehmen. Davon ließ die DR zwischen 1958 und 1962 insgesamt 208 Lokomotiven umbauen und mit einem neu konstruierten Kessel mit Mischvorwärmer austatten. Diese rekonstruierten Lokomotiven wurden unter der Baureihe 50.35 zusammengefasst. Einige der umgebauten Lokomotiven wurden zusätzlich mit einer Ölhauptfeuerung ausgerüstet, diese wurden danach der Unterbaureihe 50.50 zugeordnet.

In Österreich fand die ÖBB fand 17 Maschinen vor, wovon einige wegen schweren Schäden ausgemustert wurden und an die SŽD abgegeben werden mussten. Insgesamt wurden 12 Lokomotiven in Österreich in Betrieb genommen.

Bei der Polnischen Staatsbahn (PKP) wurden 55 Lokomotiven unter der Baureihe Ty5 in Betrieb genommen.

Die rumänische Staatseisenbahn (CFR) ließ zwischen 1947 und 1959 282 Lokomotiven als BR 150 nachbauen.

 

Anzahl heute noch vorhandener Lokomotiven

Insgesamt sind noch 43 Lokomotiven erhalten (also nur etwa 1,30 % aller gebauten Lokomotiven), davon sind 25 als Museumslokomotive in mehr oder weniger gepflegtem Zustand erhalten.  Von den museal erhaltenen Lokomotiven sind derzeit drei betriebsfähig (50 307, 50 1171 und 50 2988). Weiterhin existieren noch fünf Denkmallokomotiven. Die Erhaltung der restlichen 11 Lokomotiven ist nicht gesichert, meist handelt es sich um in Bulgarien abgestellte Maschinen, deren Existenz oder Zukunft unklar ist.  
(Stand August 2012)

 

Technische Daten der Baureihe 50

 Bauart

 1'E h2

 Gattung

 G 56.15

 Länge über Puffer

 22.940 mm

 Höhe

 4.500 mm

 Fester Radstand

 3.300 mm

 Gesamtradstand

 9.200 mm

 Dienstgewicht

 86,9 t

 Achslast

 15,2 t

 Höchstgeschwindigkeit

 80 km/h (vorwärts und rückwärts)

 Leistung

 1.625 PSi

 Treibraddurchmesser

 1.400 mm

 Laufraddurchmesser

 850 mm

 Steuerungsart

 Heusinger mit Hängeeisen

 Zylinderanzahl

 2

 Zylinderdurchmesser

 600 mm

 Kolbenhub

 660 mm

 Kesselüberdruck

 16 bar

 Anzahl der Heizrohre

 113

 Anzahl der Rauchrohre

 35

 Heizrohrlänge zwischen den Rohrwänden

 5.200 mm

 Rostfläche

 3,89 m2

 Überhitzerfläche

 68,94 m2

 Verdampfungsheizfläche

 177,83 m2

 

Quellen im Internet:

Baureihe 50 in der freien Enzyklopädie Wikipedia

Eine private Fotoseite zur Baureihe 50

Bauartunterschiede der Baureihe 50 im Bild

Daten und Typenskizze der Baureihe 50 auf der Internetseite der DGEG

 

Quellen in den Printmedien

Jürgen U. Ebel, Hansjürgen Wenzel: Die Baureihe 50, Bd. 1 und 2. (EK Verlag, Freiburg 2007, ISBN 978-3-88255-545-5 und 978-3-88255-546-2)

Ulf Heitmann, Peter Melcher, Egbert von Steuber: Die Lokomotiven der Baureihe 50 und ihr Verbleib (Lokrundschau Verlag, ISBN 978-3-931647-22)

Manfred Weisbrod, Horst J.Obermayer: Die Baureihe 50 (Eisenbahn Journal Sonderausgabe I/1997, Hermann Merker Verlag GmbH, Fürstenfeldbruck 1997)

Horst J.Obermayer: Die Baureihe 50, Eisenbahn Journal Special 2/2013 (Verlagsgruppe Bahn, Fürstenfeldbruck 2013, ISBN 978-3-89610-379-6)

 

Erstellt am 14.01.2012, letzte Änderung am 15.02.2015 

© EMF 2012-01-14